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VIBRAVOICE© |
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Die autonome, taktile Ablesehilfe für Gehörlose wiegt nur 75 Gramm. Dieses kleine Gerät wurde von einem heute 58 jährigen Gehörlosen entworfen, der im Alter von 3 Jahren ertaubte: Heute, mit Schulabschluss Bac+4, kommuniziert er perfekt und ohne Hörgerät in 2 Sprachen durch Ablesen von den Lippen. Schon seit den 50er Jahren nutzte er die vibro-taktilen Eigenschaften des gesprochenen Wortes für die Schulung seines Gedächtnisses mit dem Ziel, seine eigene Aussprache zu verfeinern, neue Wörter zu lernen und die labiale Ablesung zu verbessern. Als Kind, noch ohne Vibravoice, erlernte er die feinen taktilen Vibrationen der Sprache, indem er seinen Gesprächspartnern systematisch mit der Hand den Kehlkopf ertastete. Dies war für ihn eine äusserst wertvolle Hilfe. Später, im Erwachsenenalter, wurde es stets schwieriger, diese eher familiäre Geste anzuwenden. So blieben ihm nur noch die Erinnerung und die langjährige Erfahrung mit dem gesprochenen Wort. Nur im engsten Familienkreis konnte er neue Wörter mit der altbewährten Ertastungsmethode lernen. Trotzdem: Die zuvor erworbenen Erfahrungen waren für seine Integration von äusserst entscheidender Bedeutung. Mit der nötigen Übung und Erfahrung kann mit dem Vibravoice eine der wesentlichsten Eigenschaft des gesprochenen Wortes erfasst werden: Die Unterscheidung verschiedener Laute, die der gleichen Lippenbewegung entstammen (z.B. B-P, D-T, usw.). Dies ist für die Beherrschung der labialen Ablesung von entscheidender Bedeutung. Viele Gehörlose schrecken von der komplexen mentalen Anforderung zurück, ein schlecht verstandenes Wort beim Lippenlesen richtig zu rekonstruieren, während dem der Gesprächspartner unbeirrt weiterspricht. Für eine erfolgreiche labiale Ablesung ist der Wortschatz alleine nicht ausreichend, auch die korrekte Aussprache muss Wort für Wort im Gehirn gespeichert werden. Für Gehörlose ist dies die anspruchvollste Aufgabe überhaupt. Und gerade in diesem Bereich ist die Hilfe des Tastsinnes von ungeheurer Bedeutung, damit ein gesprochenes Wort einer entsprechenden Schwingung oder Vibration zugeordnet werden kann. Die Aussprache des Wortes wird auf diese Weise viel leichter im Sprachzentrum des Gehirnes aufgenommen. Was Sie soeben gelesen haben ist das Ergebnis langjähriger Übung und Erfahrung eines Gehörlosen, der sich stets auf die punktuelle Hilfe des Tatsinnes verlassen hat, um die klangliche Realität seiner Ungebung möglichst getreu zu erfahren. JM COUDON |